Die 10 schönsten Nationalparks in Deutschland

Nationalparks Deutschland
Naturerlebnis Nationalparks
(© StadtLandTour)

Jeder kennt den Yellowstone Nationalpark im US-Bundesstaat Wyoming, zumindest vom Namen her. Denn der Yellowstone ist der erste Nationalpark der Welt und bekannt für seine Weite und unbeschreibliche Natur, die Geysire, uralte Bäume und Seen. In dem rund 9.000 Quadratmetern Gebiet regiert die Natur. Keine wirtschaftliche Nutzung, keine Besiedlung, keine Schienen für die Eisenbahn. Das war ein revolutionärer Gedanke, damals 1872, bei der Gründung.

In Deutschland entstand erst 1921 der erste Nationalpark nach amerikanischem Vorbild: das Naturschutzgebiet Neandertal. Und erst 1970 wurde der Bayerische Wald unter Schutz gestellt. Besser spät als nie. Und Deutschland hat dann rasch aufgeholt: bis heute befinden sich in Deutschland rund 16 Nationalparks plus das Weltkulturerbe Wattenmeer.

Und von diesen Nationalparks wollen wir berichten. Denn wo sonst kann man als Familie mit Kindern die volle Packung Natur erleben? Sanfter Tourismus, spannende Aktivitäten für Familien, Beobachtungen der heimischen Tierwelt. Lest hier unsere Top10 der schönsten Nationalparks in Deutschland!

Dschungelfeeling im Nationalpark Bayerischer Wald

An erster Stelle steht hier der erste Nationalpark Deutschlands, der Bayerische Wald. Seit seiner Gründung 1970 wurde die Natur hier sich selbst überlassen und darf sich seitdem dschungelartig entwickeln. Urwälder, Wasserfälle, Hochmoor und Mischwälder befinden sich auf einer Fläche von rund 242 Quadratmetern. Hier lassen sich heimische Tiere wie Braunbären, Wisente und Fischotter in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.

Naturerlebnispfade, Tierfreigehege und Waldspielplätze machen den Park für Kinder attraktiv. Wer nur wandern möchte und den Nationalpark auf eigene Faust erkunden möchte, findet hier familientaugliche Wandertouren Tipps.

Eines der Highlights des Nationalparks Bayerischer Wald ist sicherlich der Baumwipfelpfad Neuschönau. Mit einer Länge von 1,3 Kilometern ist er einer der längsten Baumwipfelpfade in Deutschland. Auf einer Höhe von 8 bis 25 Metern schreitet man durch die Baumwipfel und erhält traumhafte Ausblicke auf den Bayerischen Dschungel.

StadtLandTour Tipp

Am Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau beginnen. Familien mit Kindern bekommen im Hans-Eisenmann-Haus eine schöne Einführung mit der Dauerausstellung „Wege in die Natur – eine Geschichte von Wald und Menschen. Außerdem bietet das engagierte Team Kinder Rallyes, Filmprogramme und Führungen an.

Matschig und stürmisch: der Nationalpark Wattenmeer

Das Wattenmeer streckt sich auf rund 8.000 Quadratkilometern von der deutschen Nordseeküste über die drei Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg.

Die platte Schlick-Wasser-Landschaft ist UNESCO-Weltnaturerbe, Vogelparadies und ein Naturerlebnis! Salzwiesen, Sandstrände, Muschelbänke, Schlickwatt, Meer und Süßwasser bilden fruchtbare Übergangszone für viele Tiere und Pflanzen. Seehunde, Robben, Schweinswale, Krebse und eine riesige Anzahl verschiedener Fische fühlen sich im Watt pudelwohl.

Für die Zugvögel ist das Wattenmeer eines der wichtigsten Rast- und Überwinterungsgebiete. Austernfischer, Eiderenten, Ringelgänse und Alpenstrandläufer fühlen sich im Watt zuhause.

Und bei einem Strandspaziergang findet man echte Meeresschätze wie Seesterne, Muscheln und Quallen, die an Land gespült werden. Eine Wattwanderung sollte man unbedingt machen, dann aber mit Wattführung, die Flut kommt schneller, als man denkt. Außerdem haben kundige Führer viel Interessantes zu erzählen. 

Wie ein typischer Familienurlaub am Wattenmeer aussehen kann? Lange Strandspaziergänge, eine Radtour entlang der Salzwiesen, ein Bad im Meer. Ein Muss ist eine Schiffsfahrt zu den Halligen und zu den Seehundbänken. Und ein Ausflug zur Seehundstation Friedrichskoog oder Norddeich! Hier gibt es mehr Infos zur Seehundstation.

Der majestätische: Nationalpark Sächsische Schweiz

Geformt in 100 Millionen Jahren sind die Sandsteinformationen im Nationalpark Sächsische Schweiz ein echtes Naturspektakel, das man gesehen haben muss. Inmitten von Auenwiesen, Fichten- und Buchenwäldern ragen die bizarren Felsen empor. Tiefe Schluchten, atemberaubende Aussichten und labyrinthartige Gesteinsformationen machen einen Ausflug mit der Familie zu einem aufregenden Abenteuer zum Klettern, Verstecken spielen und Staunen. Uhu, Habicht und Wanderfalke sind im Elbsandsteingebirge heimisch.

Ein tolles Wegenetz und sehr gute Ausschilderungen machen es für Spaziergänger und Wanderer leicht, dieses Naturspektakel zu erlaufen. Wie für alle Nationalparks gilt auch hier: nur die markierten Wege sind zu nutzen. Zum Schutz der Natur und der eigenen Sicherheit. 

Zentrale Anlaufstelle ist das Nationalparkzentrum in Bad Schandau. Hier finden Familien alles Wissenswerte rund um ihren Ausflug in den Nationalpark Sächsische Schweiz.

Wasser und Natur: der Nationalpark Eifel

Der Nationalpark Eifel liegt in Nordrhein-Westfalen im Naturpark Hohes Venn-Eifel. In dem rund 10.000 Hektar großen Gebiet findet man Buchenwälder, Quellen, Bäche und Stauseen. Überall rauscht es durch die Wälder, plätschert ein Bächlein oder funkelt ein Sonnenstrahl auf einem der Seen. Denn der Naturpark Eifel ist durch viel Gewässer geprägt. Das lieben auch Pflanzen und Tiere. Wildkatzen, Sumpfspitzmäuse, Uhus und Schwarzstörche haben hier ein Zuhause gefunden, nachdem der Nationalpark 2004 der Natur überlassen wurde.

Am besten startet man seinen Besuch im Nationalpark am Nationalparkzentrum Vogelsang in Schleiden. Das Besucherzentrum liegt mitten im Nationalpark und bietet Erlebnisausstellung und viel Wissenswertes zu Region. Von hier aus kann man schöne Wanderungen starten. Toll: mit einem ausgebildeten Ranger durch den Nationalpark streifen und Dinge entdecken, an denen man womöglich einfach vorbeigelaufen wäre. Familienführungen und ein Junior Ranger Programm bringen Kindern die Wildnis und Natur nahe. Mehr Infos dazu gibt es hier.

StadtLandTour Tipp

Von April bis Oktober eine von Rangern geführte Schiffsfahrt auf dem Rursee mitmachen. Unbedingt anmelden!

Der Zauberhafte: Nationalpark Unteres Odertal

Würde es Hobbits geben, dann hätten sie sich sicherlich im Odertal im Nordosten Brandenburgs angesiedelt. Eine bezaubernde Auen- und Kulturlandschaft findet man hier vor und eine fantastische Mischung aus Wasser und Wildnis. Große Polder, liebliche Wiesen und Weiden und verwunschene Auenwälder bestimmen das Naturbild. Der Wasserstand der Oder gibt hier den Ton an, ohne dass der Mensch eingreift, mal sind die Auen überlaufen, dann wieder liegen sie trocken.

Im Nationalpark Unteres Odertal fühlen sich dann auch die Tiere wohl: Biber, Fischotter und Seeadler finden hier ihr Zuhause. Und, wer weiß, vielleicht sieht man doch einmal einen haarigen Fuß von dem einen oder anderen Hobbit aus dem Schilf hervorlugen...

Toll: der Auenpfade führt auf rund 4 Kilometern durch diese traumhaft schöne Auenlandschaft, entlang der Flussauen und der Oder.

Der Maritime: Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Der Nationalpark der Ostsee erstreckt sich vom Darß über Hiddensee bis nach Rügen und ist geprägt von Dünen, Sand, Meer und Wind. Im Hinterland stehen die schiefen, rot-braun-grünen Kiefernwälder. Auf rund 768 Quadratkilometern liegt eine erstaunliche Inselwelt, die ständig in Bewegung ist: die fruchtbaren Salzwiesen, die immer wieder überflutet werden,  bieten ein artenreiches Biotop.

Kegelrobben, Mufflons und Fischotter fühlen sich hier wohl. In den Gewässern der Ostsee werden sogar wieder Schweinswale gesehen.

Und auch viele Vögel haben hier ihren Schutzraum gefunden: rund 160 verschiedene Vogelarten sind in dem Vogelschutzgebiet ansässig. Besonders beeindruckend ist der Flug der Kraniche im Herbst: etwa 60.000 Kraniche rasten hier im Herbst, um sich auf ihren Weiterflug in den Süden vorzubereiten und Kraft zu tanken. Von ausgesuchten Beobachtungsstandorten und Plattformen kann man dieses beeindruckende Spektakel beobachten.  Was auch für die anderen Nationalparks gilt, ist auch im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft notwendig: Natur erleben, ohne zu stören. Deshalb ist die Beobachtung der Kraniche durch Touristen auf September und Oktober eingeschränkt.

Der Waldige: Nationalpark Kellerwald-Edersee

Auf rund 5.700 Hektar verteilt sich das Abenteuer- und Wildnisgebiet des Kellerwald-Edersee Nationalparks in Hessen. Zwischen Hainbuchen durch alte Wälder wandeln, auf sanfte Hügel und höhere Berge steigen, das Glitzern der Sonnenstrahlen auf dem Edersee genießen – wen es hierhin verschlägt, der bekommt die volle Packung Natur! Es gibt rund 20 Wanderwege von entspannt bis anspruchsvoll, die uns durch diesen Nationalpark führen, vorbei an klaren Quellen und über blühende Wiesen. Wildkatzen, Luchse und Spechte sind hier heimisch, wir hören Uhus und Käuze.

Das prägendste ist aber sicher der alte Baumbestand des Nationalparks, die schattigen Buchenwälder, die knorrigen uralten Eichen und die Mischwälder, die Rehen und Wildschweinen eine Heimat bieten. Der Buchenwald im Nationalpark Kellerwald-Edersee ist von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt worden.

StadtLandTour Tipp

Ein guter Start ist das Nationalparkzentrum Kellerwald in Vöhl-Herzhausen, das über das Naturerbe informiert und Kindern und Erwachsenen den Zugang zur Wildnis spielerisch und informativ näher bringt. Inklusive eines 4D-Kinos, in dem einem der Wind um die Nase gepustet wird, während man den Buchenwald multimedial erlebt.

Der Keltische: Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Im Mittelgebirge des Hunsrück, in den Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz, liegt dieser noch junge Nationalpark, der erst im Jahr 2015 als solcher erklärt wurde. Rund 10.000 Quadratkilometer umfasst das Naturschutzgebiet mit seinen alten Mooren, Buchenwäldern, Halden und Wiesen. Eichen-, Buchen-, und Fichtenwälder säumen die artenreiche Region, in der Bussarde, Wildkatzen und Rothirsche leben. Und auch der Raufußkauz und andere Eulenarten sind hier heimisch.

Besonders beeindruckend ist der mächtige, keltische Ringwall in Otzenhausen. Der so genannte Hunnenring wurde im 1. Jahrhundert vor Christi Geburt gebaut und ist der Überrest einer befestigten Siedlungsanlage der Kelten. Achtung: Der Ring ist nicht so gut mit dem Kinderwagen oder Rollstuhl zugänglich.

Für Familien mit Kindern ist das Wildfreigehege in Wildenburg ein guter Freizeittipp! Die Auffang- und Auswilderungsstation für Wildkatzen und das Wolfsgehege auf 10.000 Quadratmetern sind im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Spielplätze und Streichelgehege runden das Angebot ab.

Der Wässrige: Nationalpark Müritz

322 Quadratkilometer, 100 Seen, Wachholderhaine und alte Waldbestände – der Nationalpark Müritz in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Paradies für Naturliebhaber, Paddler und Freunde des sanften Tourismus. Am besten mietet man sich ein Kanu und paddelt dann gemütlich über die stillen glitzernden Seenlandschaften, die sich von der Feldberger Seenlandschaft über die Mecklenburgische Seenplatte erstrecken.

Dabei kann man bestens Reiher und Kormorane beobachten. Und wenn dann der Seeadler seine Flügel über einem ausbreitet und seine Kreise zieht, wird das Naturerlebnis perfekt. Toll: die Buchenwälder um die Ortschaft Serrahn.

Ein guter Startpunkt für die Besichtigung des Nationalparks ist die Nationalpark-Information „Flatterhus Kratzeburg“, wo man so einiges Spannendes über Fledermäuse erfährt.

Der Schwarze: Nationalpark Schwarzwald

Der Nationalpark Schwarzwald ist der erste in Baden-Württemberg, er wurde erst im Jahr 2014 gegründet.

Auf rund 100 Quadratmetern erstreckt sich die Region aus Mischwald, Fichten, hundert Jahre alten Tannen, Moosen und Seen. Die Natur, die sich hier ganz ohne das Eingreifen des Menschen entwickeln kann, zeigt sich mal lieblich, mal wild und rau. Marder, Fledermäuse, Spechte und Käuze leben in den Bergmischwäldern.

Superlative: Der schnellste Vogel, der Welt ist hier zu finden, der Wanderfalke. Und auch die kleinste Eule Europass, der Sperlingkauz hat im Schwarzwald sein Zuhause.

In den drei Karseen, dem Wilde See, Buhlbachsee und Huzenbacher See , tummeln sich Libellen und zahlreiche Amphibien. So ein Froschkonzert im Sommer ist beeindruckend laut. Begehen kann man den Nationalpark auf ausgeschilderten Wegen, im Winter mit Schneeschuhen und im Sommer gerne mit dem Mountainbike.

Wir empfehlen den Start im Nationalparkzentrum am Ruhestein bei Seebach. Hier gibt es Infos und Tourentipps.

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