8 tolle Naturlebnisse in Deutschland mit Kindern

See Ausflugsziel
Draußen in der Natur am See
(StadtLandTour)

Kinder fühlen sich in der Natur oft am wohlsten. Eltern mit Kindern auch, denn hier kann man schön durchatmen, sich frei bewegen, laut in den Himmel schreien und sich wild und frei fühlen. Wie Ronja Räubertochter eben. Oder Karl Löwenherz. Dabei kann man Käfer sammeln, Eichhörnchen beobachten, dem Geschrei der Vögel lauschen und Tierspuren suchen. Ein Picknick oder ein Lagerfeuer runden das Naturerlebnis bestens ab und schaffen unvergessene Erinnerungen. StadtLandTour zeigt euch hier die schönsten Naturerlebnisse in Deutschland für Familien mit Kindern. Was wir hier zusätzlich einfügen, ist der Superlativ für Kinder. Kinder wollen immer wissen, was am höchsten, am teuersten, am besten, am schönsten ist. Wir sagen es euch. Hier! Jetzt!

Elbsandsteingebirge Panorama
©Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V. Frank Exß

Ins Märchenreich Elbsandsteingebirge in Sachsen fahren

Das Elbsandsteingebirge gehört zum größten Teil zum Nationalpark Sächsische Schweiz. Damit ist der Teil gemeint, der sich süd-östlich von Dresden entlang der tschechischen Grenze erstreckt. Hier sind beeindruckende Naturerlebnisse garantiert, denn die wilde Natur hat sich hier besonders schön breit gemacht: Nicht nur die bizarren Felsformationen haben es uns angetan, sondern auch die Eichen- und Hainbuchenwälder, die Burgen und Ruinen, die Felstürme und Kamine. Für die Kinder ist das ein Paradies zum Klettern, Anfassen, Beobachten. Die Sandsteinfelsen zerfallen schon bei leichter Berührung zu Sand, sehr faszinierend. Ansonsten gibt es Höhlen, in denen man picknicken kann, das Labyrinth bei Langenhennerdorf zum Herumirren, Felsen zum Klettern. Ein tolles Naturerlebnis, das man mit seinen Kindern erlebt haben muss!

Für Familien mit kleinen Kindern und Kinderwagen gibt es ein gut ausgebautes Wegenetz, zum Beispiel von Wehlen in den Uttewalder Grund. Oder man folgt den aufgemalten Luchs-Tatzen und macht sich auf den Luchsweg. Das ist ein Lehrwanderweg, der leicht zu bewältigen ist und auf dessen Strecke man viel über die Wildkatzen erfährt. Und wer durch das Bielatal wandert, kann auf dem Weg die zahlreichen Kletterer die Felstürme hochkraxeln sehen.

Toll: eine Herbst-Wanderung durch die vernebelten Wälder und Schluchten – ideal, um den Kindern Sagen und Märchen zu erzählen. Hier glaubt man sofort, dass sie wahr sind. Buchtipp: Sächsische Sagen: Regionale Legenden und Geschichten.

Superlativ, um Kinder zu beeindrucken: Im Nationalpark Sächsische Schweiz steht Sachsens höchster Baum und zwar in der Wolfsschlucht im Kirnitzschtal. Die Riesenfichte ist 60 Meter hoch und 400 Jahre alt.

Die Dicke Marie in Berlin besuchen

Nein, das ist nicht die Pommesverkäuferin aus dem Wedding. Die dicke Marie lebt im Tegeler Forst, in der Nähe des Großen Malchsees, ist rund 900 Jahre alt, 26 Meter hoch und der älteste Baum Berlins. Mit ihrem mächtigen Stammumfang von 6,65 Metern kann man sie schwer alleine umarmen, dafür braucht man schon eine Großfamilie, die sich an den Händen fasst. Den Namen soll sie von den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt bekommen haben, den die Marie an ihre beleibte Köchin erinnert haben soll.

Ach, und wenn man schon mal da ist, kann man das auch gleich mit einem Ausflug ins Humboldt-Schloss verbinden. Der Park ist von Peter Linné, der Baumbestand uralt und das Grab der Humboldt Brüder kann man auch besuchen.

Warum das ein tolles Naturerlebnis für Familien ist? Im Tegeler Forst kann man unter altem Baumbestand auf schönen Waldwegen wandern. Unter Kiefern, Eichen und Buchen. Im Herbst raschelt das Laub nur so unter den Füßen und im Sommer bieten der grüne Wald, Malchsee und Tegeler See eine schöne Erfrischung und Abkühlung.

Superlativ: die dicke Marie ist der älteste Baum Berlins, älter als die Stadt Berlin selbst und hat zwei Weltkriege überlebt.

Partnachklamm Wasserfall
©Markt Garmisch-Partenkirchen / Marc Hohenleitner

Die Partnachklamm in Bayern durchwandern

Die Partnachklamm bei Garmisch Partenkirchen ist ein Naturphänomen, das man mit seinen Kindern erlebt haben sollte. Rund 700 Meter ist die Klamm lang, die Felswände ragen 80 Meter in den Himmel. Über schmale Steinpfade führt der Weg der Gebirgsschlucht, in den Tunneln muss man schon mal den Kopf einziehen. Was so toll daran ist? Die Lichtspiele, wenn die Sonne durch den Fels bricht. Der Wasserfall. Das Rauschen der Partnach. Das ist laut, wild, eigenartig und einfach faszinierend. Man fühlt sich den Elementen so nah. Der Wechsel aus dem Dunkel des Tunnels in den Lichtstrahl der Sonne hat manchmal fast etwas Biblisches. Die Kinder fanden natürlich die Wasserspritzer, die uns alle befeuchten am lustigsten.

Im Winter, erzählen uns die Leute, soll es besonders schön in der Klamm sein, weil die Eiszapfen, Eiswände und gefrorenen Wasserfälle eine besondere Eislandschaft bilden. Prinzessin Elsa aus Frozen würde es gefallen. Info: es ist recht kühl in der Klamm, auch im Sommer, also warm anziehen.

StadtLandTour Tipp

Bis zur Klamm läuft man vom Parkplatz rund 20 Minuten. Das kann man tun, oder aber man nimmt eine der Pferdekutschen, die einen zum Eingang der Klamm bringen.

Superlativ für Kinder: die Partnachklamm ist eines der schönsten Naturdenkmäler Bayerns, ach was, Deutschlands. Behaupten wir jedenfalls.

Totengrund in der Lüneburger Heide
© Lüneburger Heide GmbH

Die Farbenpracht der Lüneburger Heide erleben

Moore, Heidschnucken, Bäche und natürlich die violette Heide zeichnen das einzigartige Bild der Lüneburger Heide. Ist vom Namen jetzt nicht so einladend, aber wir empfehlen unbedingt einen Besuch im Totengrund. Das ist eine der schönsten Heidelandschaften, voll mit Wachholderhainen, und zwar zu jeder Jahreszeit. Im Frühjahr, wenn die ersten Sträucher blühen, im Sommer, wenn das Tal voll lilafarbener Blütenpracht überzulaufen scheint und im Herbst, wenn sich der Nebel über die Heide legt und alles in einem mystischen Licht verschwimmt. Warum man den Totengrund Totengrund nennt, darum weben sich viele Sagen. Ob Meteoriteneinschlag, der alles Leben dort ausgelöscht hat oder ob er den Namen bekommen hat von den Leichenzügen, die durch das Tal mussten, das können wir nicht sagen. Aber sagen können wir, dass man die Lüneburger Heide erlebt haben muss. Das Tal erreicht man am besten mit dem Fahrrad oder einer Kutsche aus den umliegenden Dörfern.

Klassischer Wanderweg ist die „Lila Krönung“ zwischen Amelinghausen und Schneverdingen, die jedes Jahr die Heidekönigin stellen. Und wer will, der erklimmt mit seinen Kindern den Wilseder Berg, mit seinen 169 Metern die höchste Erhebung weit und breit. In der Nähe von Schneverdingen befindet sich das Pietzmoor, durch das man in die geheimnisvolle Hochmoorlandschaft wandern kann.

Wer entlang des Heidschnuckenweges wandern will, dem empfehlen wir mit Kindern die Strecke zwischen Müden und Faßberg. Das sind rund 7 Kilometer und geht einen guten Weg entlang am Fluss Örtze entlang. Überhaupt ist die Örtze ein einladendes Fleckchen Erde, am Uferrand lassen sich Biber, Otter und Eisvögel beobachten, wer paddeln mag, gleitet lautlos über das kühle Wasser.

Warum die Lüneburger Heide das perfekte Naturerlebnis für Familien ist? Weil man mit Worten seinen Kindern die Heide nicht erklären kann. Auch das Hochmoor bleibt abstrakt oder fern, bis man es einmal durchlaufen hat und auf dem Weg Libellen, Sonnentau und Kreuzottern gezählt hat. Ein Ausflug in die Lüneburger Heide ist ein beeindruckendes Naturerlebnis. Besonders beeindruckend, wenn der Herbstnebel die Landschaft verschwimmen lässt. Dann kann man Annette von Droste Hülshoff auspacken und seine Kinder endlich mit der Ballade „Der Knabe im Moor“ begeistern.

Tipp: Unbedingt Fotoapparate mitnehmen! In der Lüneburger Heide gelingt fast jedes Foto bei dem unschlagbar schönen Motiv mit seinen einzigartigen Farben.

Superlativ für Kinder? Die Heide ist die größte zusammenhängende Heidelandschaft Deutschlands.

Wattenmeer Nordsee
© Seidlich | www.nordseetourismus.de

Das Wattenmeer Nordsee erleben

Hatten wir uns schon geäußert auf dieser Seite, wie beeindruckt wir vom Wattenmeer der Nordsee sind? Wir sehr wir es lieben? Wie toll es die Kinder finden? Nicht? Dann wird es höchste Zeit! Natürlich muss ein Ausflug ins Watt zu unseren Top Favoriten der schönsten Naturerlebnisse für Familien in Deutschland an dieser Stelle erscheinen.

Superlativ für Kinder? Das Wattenmeer Nationalpark ist das größte Wattenmeer der Erde.

Die galaktisch schöne Wattlandschaft beamt einen direkt in eine andere Welt. Wer durch das fruchtbare Watt wandert, erlebt ein Naturerlebnis, an das er sich noch lange erinnert. Das Glitzern der Priele, das Gekreische der Möwen, den Geruch des Wassers. Gerade für Vögel ist das Wattenmeer ein Paradies und so lassen sich Austernfischer, Brachvogel und Rotschenkel beobachten. Es hat etwas Erhabenes, durch das Watt zu streifen, den Naturraum, der eigentlich nur schwimmenden Tieren und Schiffen vorenthalten ist. Innerhalb von 6 Stunden werden mehrere 1000 Quadratkilometer überflutet und dann wieder trocken gelegt. Wen wundert es, dass hier ein unglaubliches Naturerlebnis lauert? Krabben, Seesterne, Muscheln und den berühmten Wattwurm lässt das Meer zurück. Ein wundervoller Entdeckungsort für Kinder!

Achtung: Wattwanderungen nie auf eigene Faust unternehmen. Das ist gefährlich, weil man die Kraft des Wassers als Besucher nicht einschätzen kann.

Buchtipp für Kinder: Watt für Entdecker.

Externsteine im Teutoburger Wald
©Tourismus NRW e.V., Dominik Ketz

Sich von den Externsteinen im Teutoburger Wald faszinieren lassen

Die bizarren Externsteine befinden sich nahe der Stadt Horn-Bad Meinberg. Nie gehört von Horn-Bad Meinberg? Wir auch nicht. Deshalb wollten wir hin. Und auch weil wir immer wieder davon gehört haben, wie mystisch und verwunschen „das Stonehenge“ des Teutoburgerwaldes sei. Die Sandsteinfelsen sind rund 70 Millionen Jahre alt und ragen wie riesige Zacken bis zu 40 Meter seltsam verformt in den Himmel empor. Von den Menschen wurde die Felsformation kultisch genutzt: Grotten, Felsengrab und ein Relief mit biblischem Motiv sind Zeugen davon. Viele Leute glauben an die geomantische Kraft der Steine, andere wiederum genießen nur die beeindruckende Aussicht. Das kann man besonders gut von der Aussichtsplattform. Im nahe Informationszentrum bekommt man wissenswerte Infos zur Entstehung und Kulturgeschichte.

Rund um die Steine gibt es Wanderwege, die fanden wir auch sehr stimmungsvoll, vor allem als wir uns von der Hauptattraktion etwas entfernt haben. Die Stimmung der Externsteine, die Ruhe des Teutoburger Waldes hatten eine fast zenartige Auswirkung auf uns Erwachsene wie Kinder. Und: keines der Kinder hat gemeckert. Ob das an der verwunschenen Kraft der Steine lag?

Warum man die Externsteine seinen Kindern gezeigt haben muss? Weil dieser Ort einfach mystisch ist und sich bestens eignet, um Geschichten über Druiden, über Schamanen und Walpurgisnächte zu erzählen.

Wie erkunde ich die Externsteine mit der Familie? Mit der App oder auf dem GPS Naturlehrpfad: www.externsteine-info.de.

Kahnfahren Menschen im Spreewald
© www.spreewald.de

Durch den Spreewald paddeln

Welchem Kind macht Wasser kein Spaß? Die idyllische Landschaft des Spreewaldes bietet alles, was Familien auf einem Naturtrip benötigen: Abenteuer, Erlebnis und Entspannung. Was den Spreewald so besonders macht, ist die Verschmelzung von der Wald- mit der Flusslandschaft. Unzählige Kanäle, Flüsschen und Fließe, gespeist aus Havel und Spree fächern sich in dieser schönen Region auf. Kein Wunder, dass der Spreewald ein beliebter Ort für Familien ist, die gerne Paddeln, Kanu fahren oder sich im Kahn durch die verwunschene Landschaft schippern lassen. Campingplätze, kleine Pensionen und Wasserwander Rastplätze machen den Aufenthalt angenehm.

Und auch, wer nicht paddeln mag, der findet im Biosphärenreservat Spreewald eine beeindruckende Naturlandschaft mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt. Der Spreewald ist Heimat von Kranich und Seeadler, von Schwarzstorch und Fischotter. Ferngläser nicht vergessen!

Superlativ für Kinder: im Spreewald soll es die höchste Population von Schmetterlingsarten geben: rund 800 verschiedene Falter soll man dort zählen. Stimmt das? Nachzählen!

Die Saarschleife am frühen Morgen
© Eike Dubois / TZS

Die Saarschleife bei Mettlach im Saarland bestaunen

Die Saarschleife ist DAS Wahrzeichen des Saarlandes. Zu Recht! Sie ist eines der schönsten Naturphänomene in Deutschland. Zwischen Mettlach, Orschholz und Dreisbach windet sich der Fluss in einer 180 Grad Drehung um den Felsen und fließt wieder in die Richtung zurück, aus der er gekommen ist. Vom Aussichtspunkt „Cloef“, DEM Aussichtspunkt schlechthin, von dem fast jedes Saarschleifenpanoramabild aufgenommen wird, liegt in Orscholz. Rund um die Saarschleife gibt es viele schöne Wander- und Spazierwege. Versteckte Weiher, verwunschene Pfade und der lichte Mischwald bieten viele Gelegenheit zum Naturerkunden.

Im Sommer kann man sich in einem der Gartenlokale in Dreisbach, direkt an der Saar, stärken, Schiffe beobachten, wie sie sich vorsichtig um die Kurve manövrieren und den Lauf des Wassers bestaunen. Übrigens ist es ebenso lohnenswert, vom Wasser aus die Natur zu betrachten, zum Beispiel von der Maria Croon.

Warum ist so ein besonderes Naturerlebnis? Naja, die Saarschleife an sich reicht ja schon als Naturerlebnis der Extraklasse. Besonders toll ist es aber, wenn man den ersten Blick auf den Fluss wirft, sobald man aus dem Dunkel des Mischwaldes aufgetaucht ist.

Tipp zur Einstimmung: ein Saarschleifen Puzzel machen, zum Beispiel das hier.

Krater Vulkaneifel
© Eifel Tourismus GmbH / H. Gassen

In die Vulkaneifel fahren

Island? Yellowstone? Brauchen wir noch nicht. Wir erkunden erstmal die Vulkaneifel mit ihrer wilden Natur, den urigen Dörfern und wunderschönen Landschaft. Geysire, Maare und Gasblasen zeugen von der Aktivität des Vulkanlandes. Entdecken kann man steinzeitliche Höhlen, Krater und sprudelnde Quellen. In zahlreichen Infozentren und Museen wird die Entstehungsgeschichte des Vulkanlandes anschaulich aufbereitet. 

In Andernach am Rhein zum Beispiel befindet sich der größte Kaltwasser Geysir der Welt (Super Superlativ für Kinder). Bis zu 60 Meter hoch sprudelt das Ungetüm aus dem Boden empor. Das Pulvermaar bei Gillenfeld ist der tiefste natürliche See Deutschlands mit seinen 72 Metern (Superlativ!). Und wer hier schwimmen geht, fühlt sich dem Universum ganz nah. Im UNESCO Geopark Vulkaneifel gibt es rund 70 solcher Haarvulkane, die durch Wasserdampf Eruptionen entstanden sind, 10 davon sind noch mit Wasser gefüllt. Für Familien mit Kleinkindern gibt es eine Naturbad-Anlage und ein Planschbecken für die Kleinsten. Mehr Infos zum Maarsee.

Wir empfehlen unbedingt, einen Vulkanwanderweg zu machen. Der Vulkanpfad startet in Mayen und führt auf rund 2,5 Kilometern durch Steinbrüche, wilde Landschaften und von der Natur überwachsene Industrieglände. Mehr Infos zum Wanderweg gibt es hier.

Was man noch mit Kindern in der Eifel machen kann? Mit einem Ranger losziehen und den Urwald erkunden. Das ist unschlagbar: www.nationalpark-eifel.de.

Und durch die Teufelsschlucht wandern.